Belfast - wo die Vergangenheit und die Moderne verschmelzen

Eineinhalb Jahre habe ich in Belfast, der pulsierenden Hauptstadt Nordirlands gelebt.

Mit der beeindruckenden Architektur, der hochspannenden Geschichte, den urgemütlichen Pubs und den aufgeschlossenen, fröhlichen Iren ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, sich nicht in dieses kleine Land zu verlieben.

Belfast ist der kulturelle Mittelpunkt und besticht mit seinen modernen Gebäuden, den engen Gassen, vielen tollen Cafes und Restaurants, aber vor allem durch die Lage.

Direkt am Meer gelegen hat Belfast den größten Hafen Nordirlands, in dem übrigens die Titanic gebaut wurde, man kann dort immer noch die Kräne bestaunen und das Titanic-Museum besuchen.

Im Norden der Stadt befindet sich der Berg Cavehill, bei gutem Wetter kann man bis Schottland blicken. Während der Wanderung kommen Sie am Belfast Castle vorbei, in dem auch des Öfteren pompöse Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten stattfinden.

Mitten in der Stadt steht die City Hall, das Rathaus wurde 1906 eröffnet. Außen klassisch gehalten und wunderschön von Innen, die 50 Meter hohe Decke im Eingangsbereich ist phänomenal.

Mehrmals pro Tag wird eine exzellente kostenlose Führung angeboten.

Auch das Theater ist absolut sehenswert und bietet ein vielseitiges Programm.

Ein paar persönliche Tipps von mir wären unter anderem die Besichtigung des St George´s Market im Zentrum, der 1890 erbaut wurde, dieser hat von Freitag bis Sonntag jede Menge im Angebot.

Man kann frische Leckereien probieren, selbstgebaute Skulpturen, Bilder, Schmuck und jede Menge Nippes erstehen.

Was sich Frauen auf keinen Fall entgehen lassen sollten, sind die vielen verschieden

Charity-Shops wie zum Beispiel The British Heart Foundation. Diese Läden haben tolle, ausgeflippte Klamotten, Bücher, Dvds, Schuhe, Handtaschen und Dekoartikel, die Sie für wenige Pfund kaufen können. Der gesamte Erlös geht an soziale Einrichtungen, die Verkäufer arbeiten ehrenamtlich und sind immer für ein nettes Pläuschchen zu haben.

Der meiner Meinung nach beste Pub in Belfast ist das Kelly´s Cellars, direkt im Zentrum gelegen. Der Pub wurde 1720 erbaut und hat nichts an seiner Ursprünglichkeit und Gemütlichkeit verloren. Normalerweise wird jeden Abend Live-Musik gespielt, oft haben aber auch Pub-Besucher Geigen und Gitarren dabei und fangen spontan an, zu spielen.

Für diejenigen, die gerne Billiard spielen, aber trotzdem eine gemütliche Pub-Atmosphäre wünschen, kann ich das Laverys wärmstens empfehlen. Auch an kühleren Abenden kann man dank etlicher Wärmestrahler und kuscheliger Sitzecken draußen sitzen.

Eine weitere Stadt, die mir sehr gut gefallen hat, ist Derry. Besonders schön ist die mittelalterliche Altstadt, die von einer 1,5 km langen und bis zu 8 m hohen begehbaren Stadtmauer umgeben ist. Zu den Sehenswürdigkeiten von Derry zählen das Tower-Museum für Stadtgeschichte und das Bloody Sunday Monument, das an die zerstörerischen Zeiten des Nordirlandkonflikts erinnert.

Außerdem sollte man sich auf keinen Fall die Nordküste entgehen lassen. Die Fahrt zum Giant´s Causeway (der Damm des Riesen) ist wunderschön, Belfast ist nur 80 Km entfernt.

Der aus etwa 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen bestehende Giant’s Causeway ist seit 1986 UNESCO-Welterbestätte. Die Säulen sind ungefähr 60 Millionen Jahren alt und sehr beeindruckend.

Zum guten Schluss kann ich nur sagen, dass etliche Theater, Museen, Universitäten, Parkanlagen, Einkaufspassagen, Pubs, Restaurants und natürlich die einzigartige Landschaft jeden Nordirland-Urlaub unvergesslich und absolut lohnenswert machen.

Jedoch sind es vor allem die Menschen, deren Freundlichkeit und Offenheit im Gedächtnis bleibt, die einen wünschen lassen, so schnell wie möglich zurückkommen zu können.

Isabelle Hermes